Material 02
Silphiepapier
Papier aus der Durchwachsenen Silphie, einer gelb blühenden Dauerkultur. 35 % Silphiefaser geben ihm einen warmen, bräunlichen Ton – ideal für Karten, Verpackung und alles, was Weiß als eigene Farbe zeigen soll.
- Ausführungen
- 5
- Grammaturen
- 115–300 g/m²
- Silphiefaser
- 35 %
Die Silphiewelt · von oben nach unten
Blüte, Blatt, Stängel, Boden, Wurzel.
Eine Pflanze, vertikal erkundet. Hinter jedem Punkt findest du Hintergründe und Quellen.
-
Station 01 / 06 · Blüte
Blüte von Juli bis September
Die Durchwachsene Silphie blüht von Mitte Juli bis in den September – gelb und nektarreich, in einer Zeit, in der sonst wenig blüht. Sie gilt als Trachtpflanze für Bienen.
Die Pflanze stammt ursprünglich aus Nordamerika. Das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg nennt Honigerträge von bis zu 150 kg je Hektar.
Ein Forschungsprojekt von Thünen- und Julius-Kühn-Institut beobachtete positive Effekte für Honigbienen, Hummeln und Schwebfliegen.
-
Station 02 / 06 · Blatt
Durchwachsen: die Blattbecher
Je zwei gegenüberliegende Blätter sind am Stängel zu einem Becher verwachsen – daher der Name. Darin sammelt sich Regenwasser, das Insekten als Tränke nutzen können.
Oft liest man, die Blattbecher würden die Pflanze mit Wasser versorgen. Fachstellen halten einen nennenswerten Beitrag zum Wasserhaushalt für unwahrscheinlich – und Silphie gilt auch nicht als trockenheitstoleranter als Mais.
-
Station 03 / 06 · Stängel
Stängel und Biomasse
Silphie wird bisher vor allem als Energiepflanze für Biogasanlagen angebaut. Aus der geernteten Pflanze lässt sich zusätzlich Faser für Papier gewinnen.
Vereinfacht nach unserer Prozessgrafik: Ernte, Silage, Faseraufbereitung, Papierfabrik, Druckerei. Was nicht zu Faser wird, geht als Gärsubstrat in die Biogasanlage.
Der Faserhersteller OutNature beschreibt die Gewinnung als biothermisches Verfahren ohne Chemikalien.
Quellen
- Prozessgrafik der Druckerei (vereinfachte Darstellung)
- OutNature: Silphie-Faser (Herstellerangaben) (öffnet in neuem Tab)
- TFZ Bayern: Durchwachsene Silphie (öffnet in neuem Tab)
-
Station 04 / 06 · Boden
Ein Feld für viele Jahre
Als Dauerkultur steht Silphie 10 bis 15 Jahre auf derselben Fläche. Nach dem Anwachsen bedeckt sie den Boden ganzjährig und kommt ab dem zweiten Jahr in der Regel ohne Herbizide aus.
Im Projekt PrevEro war der Bodenabtrag unter Silphie an einem Standort bis zu 99 % geringer als unter Mais; an einem zweiten Standort zeigte sich kein signifikanter Unterschied.
Im Jahr der Etablierung ist Unkrautbekämpfung üblich – erst danach schließt der Bestand den Boden.
-
Station 05 / 06 · Wurzel
Tiefe Wurzeln
Weil der Boden jahrelang nicht umgebrochen wird, bildet Silphie ein kräftiges Wurzelwerk. Studien deuten auf mehr Bodenkohlenstoff und weniger Nitratauswaschung hin – belastbare Praxiszahlen sind noch rar.
In einem vierjährigen Lysimeterversuch der Universität Bayreuth bildete Silphie mehr Wurzelbiomasse, und die Nitratauswaschung war bis zu 99 % geringer als bei den Vergleichskulturen.
Wie viel Kohlenstoff ein Silphiefeld langfristig speichert, ist noch nicht verlässlich beziffert.
-
Station 06 / 06 · Papier
35 % Silphiefaser
Unsere fünf Silphiepapiere enthalten 35 % Silphiefaser, der Rest ist Frischfaser. Bräunlicher Ton, feine bis besonders glatte Oberfläche, 115 bis 300 g/m².
Glatt: 115, 130, 200 und 250 g/m². Besonders glatt: 300 g/m². Auf dem dunkleren Ton bringt Weiß als zusätzliche Druckfarbe besonders deutliche Effekte.
Im Papierkatalog findest du alle Ausführungen mit Druckbeispiel.
Quellen
- Produktdaten der Druckerei (Papierkatalog)
Illustrative Darstellung: Pflanzenbild aus dem Bestand, Wurzellinien ergänzt. Pflanzenangaben mit Quellen unter „Hintergrund & Quellen“.
Vom Feld zum Druck
Eine Pflanze, zwei Wege.
Aus der Silage wird Faser für Papier gewonnen, der Rest kann als Gärsubstrat in die Biogasanlage gehen. Die Grafik zeigt die Kette vereinfacht – vom Anbau über Faseraufbereitung und Papierfabrik bis zu uns in die Druckerei.
Ausführungen
Fünf Silphiepapiere.
Von 115 g/m² für Briefpapier und Flyer bis 300 g/m² – besonders glatt – für Karten, Umschläge und Verpackung.
- Silphiepapier 115 g/m² natürlich, fein, glatt · 35 % Silphie
- Silphiepapier 130 g/m² natürlich, normal, glatt · 35 % Silphie
- Silphiepapier 200 g/m² natürlich, geschlossen, glatt · 35 % Silphie
- Silphiepapier 250 g/m² natürlich, geschlossen, glatt · 35 % Silphie
- Silphiepapier 300 g/m² natürlich, fein, besonders glatt · 35 % Silphie
Weiß auf Silphiepapier
Weiß als eigene Farbe.
Auf dem bräunlichen Silphiepapier macht Weiß den größten Unterschied: als Grundlage unter Bildern und als eigene Schriftfarbe. Das Muster zeigt dasselbe Motiv auf Silphiepapier 250 g/m² – links ohne, rechts mit Weiß.
Bildschirmdarstellung: Farben am Monitor weichen vom gedruckten Ergebnis ab. Vergleichsbilder aus dem Bestand der Druckerei – gleiche Papierausführung, gleicher Ausschnitt, für diese Website nicht farblich bearbeitet. Das unbedruckte Papier behält in beiden Fällen seinen natürlichen Ton.
Bildschirmdarstellung: Farben am Monitor weichen vom gedruckten Ergebnis ab. Beim Silphie-Muster ist in der Version mit Weiß zusätzlich die Schrift weiß gedruckt. Auch unbedruckte Stellen wirken dort etwas heller – ein Unterschied zwischen den beiden Aufnahmen, nicht eine Wirkung des Weißunterdrucks. Vergleichsbilder aus dem Bestand der Druckerei, für diese Website nicht farblich bearbeitet.
Gedruckt auf Silphiepapier
Was daraus werden kann.
Banderolen, Postkarten, Lesezeichen, Hefte – besonders dort, wo der warme Ton Teil der Gestaltung sein darf.

Was ist Silphiepapier?
Papier mit Faser aus der Durchwachsenen Silphie. Die mehrjährige Pflanze wird bisher vor allem als Energiepflanze für Biogasanlagen angebaut; aus der geernteten Pflanze lässt sich zusätzlich Faser für Papier gewinnen.
Wie hoch ist der Anteil an Silphiefaser?
Alle fünf Silphiepapiere enthalten 35 % Silphiefaser, der Rest ist Frischfaser.
Welche Grammaturen gibt es?
Fünf Ausführungen: 115, 130, 200, 250 und 300 g/m².
Worin unterscheidet sich Silphiepapier von Graspapier?
Silphiepapier hat einen bräunlichen Ton und eine feine bis besonders glatte Oberfläche. Graspapier ist heller, gelblich-grün und zeigt sichtbare Halmstücke. Auf dem bräunlichen Silphiepapier bringt Weiß als zusätzliche Farbe besonders deutliche Effekte.
Was ist das Besondere an der Silphie als Pflanze?
Sie blüht von Mitte Juli bis in den September und gilt als Trachtpflanze für Bienen. Als Dauerkultur steht sie 10 bis 15 Jahre auf derselben Fläche und kommt ab dem zweiten Jahr in der Regel ohne Herbizide aus. Studien deuten auf mehr Bodenkohlenstoff und weniger Nitratauswaschung hin; belastbare Praxiszahlen sind noch rar.
